Freitag, 4. Oktober 2013

Hopp oder Topp – Die Hörnchen entscheiden?

Die Ausstellungssaison hat begonnen und nicht zuletzt steht auch die Auswahl der Tiere für die Zuchtstämme bald an.

Bei den La Flèche gibt es, wie ich immer wieder feststelle, sehr vieles zu beachten. Doch der Hörnerkamm hat als charakteristisches Merkmal der Rasse sicherlich eine große Bedeutung. Anders als bei manch anderer Rasse ist die Qualität des Kammes bei den Wiesenteufeln erst sehr spät wirklich zu beurteilen. So kann ein vermeintliches Toptier auch noch nach Monaten verformte oder asymmetrische Hörner entwickeln bzw. unerwünschte Fehlstellungen ausprägen.

Wie sollte der Hörnerkamm aussehen?

Der für die Rasse typische Hörnerkamm besteht laut Rassegeflügelstandard im Idealfall aus zwei gleich langen, walzenförmigen und an den Spitzen abgerundeten Hörnern von 2-3 cm Länge beim Hahn und 1-2cm Länge bei Hennen. Die Hörner sollten senkrecht stehen.

Eine klare Ansage, die in der Realität jedoch vielfach nicht in der Idealform erreicht wird.

 


Gerade, oben abgerundete Hörnchen sind zu bevorzugen. Leichte Abweichungen in der geraden Ausrichtung sind unwesentlich. Eine Ausrichtung der Hörnchen nach vorne ist ok, jedoch nicht nach hinten. 

Assymetrische oder gar verformte Hörner wie im linken Bildbeispiel sind unerwünscht.

Das Gewicht, welches der Qualität der Hörnchen bei der Einschätzung der Tiere beigemessen wird, ist je Züchter und auch Preisrichter individuell doch sehr verschieden habe ich festgestellt.

Vielfach wird vehement davon abgeraten Tiere mit offensichtlichen Fehlern in der Kammausprägung zur Zucht einzusetzen...und das sicherlich mit Recht. Tieren mit geraden, symmetrischen Hörnchen sollte man unbedingt den Vorzug geben – sofern man solche Tiere zur Verfügung hat. Die Hörnchen jedoch als alleiniges Auswahl- und KO-Kriterium betrachten ist jedoch in meinen Augen auch nicht förderlich.


Ich persönlich denke, man sollte sie im Zusammenhang mit den anderen Merkmalen der Tiere einschätzen und dabei streng für sich hinterfragen, ob die Kammausprägung für die eigene Zuchtlinie passend ist, oder ob man sich mit einem fehlerhaft ausgebildeten Kamm Merkmale in der weiteren Zucht festigt, die man nicht möchte. So werde ich zumindest an die Sache rangehen.

Soweit die ersten Einblicke eines La Flèche Zuchteinsteigers in die Thematik. Eine ergänzende Expertendarstellung wird folgen.

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