Montag, 16. Juni 2014

Teuflischer Qualitäts-Check

Erste Etappe der Beurteilung der La Flèche Jungtiere
Um ein Gefühl für die Beurteilung der idealen Rassemerkmale der La Flèche zu bekommen, ist es sehr hilfreich den Qualitätsstand der Jungtiere mit erfahrenen Züchtern und Sonderrichtern zu besprechen. Zwar gibt der Standard ja natürlich die Grundlagen für eine Beurteilung vor, doch in den Feinheiten und besonders auch im Hinblick auf ein Fingerspitzengefühl für die Einschätzung und Gewichtung verbesserungswürdiger Merkmale ist eine beratende Fachmeinung äußerst wertvoll.


Gerade als Anfänger in der Zucht der La Flèche ist es daher sehr empfehlenswert sich Tipps und Ratschläge aus den Reihen der Fachleute im Sonderverein einzuholen. 

Bei der Versammlung und Jungtierbesprechung des Sondervereins der Züchter der Haubenhühner und seltene Hühnerrassen am letzten Wochenende hatten alle Mitglieder die Möglichkeit Tiere mitzubringen, mit den Sonderrichtern und anwesenden Züchtern zu besprechen.

Vier der westerwälder La Flèche-Jungtiere wurden auch vorgestellt und bis in wesentliche Details besprochen. Erfreulicher Weise werteten die beiden beurteilenden Experten die grundlegenden Merkmale der betrachteten Jungtiere sehr positiv.


Was kann überhaupt schon beurteilt werden?

Die Wiesenteufel aus den Bruten 2014 hier im Westerwald sind nun 17 und 13 Wochen alt. Eine abschließende Beurteilung der La Flèche Jungtiere ist selbstverständlich noch nicht möglich, doch wesentliche Merkmale können für eine erste Beurteilung schon herangezogen werden.
 

Die Standhöhe, grundsätzliche Formgebung und vor allem auch die Ausprägung der aufgewölbten Nase, die Ausbildung des Hufeisens und der Oberschnabel sowie die Veranlagung der Augenfarbe sind bereits grundsätzlich beurteilbar.

Die Hörnchen können erst einmal nur mit Vorbehalt bewertet werden, da sich hier noch einiges zum Positiven oder Negativen verändern kann. Sind in diesem Alter allerdings die Hörnchen gerundet, schön gerade und gleichmäßig lang ist dies sehr positiv zu betrachten.


Eine Beurteilung der Farbe ist bei den La Flèche Jungtieren erst mit der 2. Feder sinnvoll, da sich hier meist noch große Veränderungen zeigen. Ein Beispiel hierfür sind weiße Federn im ersten Gefieder. Sie sind zunächst einmal gar nicht kritisch einzuschätzen, denn meist verschwinden sie nach dem Federwechsel komplett. Bleibt die weiße Färbung allerdings, so ist dies selbstverständlich als fehlerhaft (als sog. Schilf) einzustufen. Bei der zweiten Feder ist grundsätzlich auf eine einheitliche Durchfärbung zu achten. Bei den Jungtieren des schwarzen Farbschlags kann man auch bereits die Veranlagung für einen guten Grünglanz auf der Feder erahnen. Beim blau-gesäumten Farbschlag können aufgrund der neuen Federn auch schon Rückschlüsse auf die Qualität der Säumung gezogen werden.

Ich persönlich kann nur empfehlen sich dem rassebetreuenden Sonderverein anzuschließen wenn man ernsthaft La Flèche züchten möchte und sich die Feinheiten der Rassebeurteilung einarbeiten will. Zwar kann man sich vieles auch durch Selbststudium aneignen, doch eine qualifizierte Fachmeinung und eine Bestätigung der eigenen Beobachtungen bringt einen Zuchtanfänger der Rasse doch zielgerichteter voran. 


Nach dieser ersten Etappe bei der Beurteilung gilt es abzuwarten, wie sich die kleinen Wiesenteufel weiter entwickeln….

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen