Sonntag, 20. Juli 2014

Zeigt her eure Füße

Entwicklungsbedingte Zehenverkrümmung vermeiden  
Die Füße von La Flèche sind ausgesprochen groß, kräftig und mit recht langen Zehen ausgestattet. In den verschiedenen Wachstumsschüben, die La Flèche in der Jungtierphase durchlaufen ist die Gefahr der Zehenkrümmung nicht zu unterschätzen. Gerade in den extremen Wachstumsphasen sollte man deshalb unbedingt darauf achten ausgewogen zu füttern und somit vorzubeugen.

Krumme Zehen können zwar vielfältige Ursachen haben, doch oft kommt die Knochenverkrümmung in den Zehengliedern bei den La Flèche durch ungünstige Konstellation von Fütterungsweise und Wachstumsschüben zustande.


Es ist sehr wichtig nicht zu eiweißreiches, dafür vitaminreiches Futter anzubieten. Vitamin B, D und K1 sowie Calzium sind hier ganz entscheidend für die gute Entwicklung der Knochen und ihre Stabilität.

Da in unterschiedlichen Haltungsbedingungen auch die individuelle Entwicklung der Jungtiere sehr unterschiedlich ausfallen kann, ist die erhöhte „Gefahrenzeit“ für Zehenkrümmung schwer genau festzumachen. Da sollte jeder Züchter die Entwicklung seiner Jungtiere im Blick behalten.
Einige Anhaltspunkte gibt es allerdings.

In den ersten Wochen vervielfachen La Flècheküken ihr Gewicht. Damit die Knochen adäquat mitwachsen können, sollte man darauf achten, nicht zu eiweißreich zu füttern. Eine Gewichtszunahme über das normale Maß hinaus, kann bereits ungewünschte Auswirkungen auf die noch zarten Kükenfüße haben. Auf die richtige Balance kommt es an. Es ist daher sehr empfehlenswert den Küken bereits sehr früh ergänzend zum herkömmlichen Kükenstarterfutter Möhren (enthalten u.a. Vitamin B, D) und Grünfutter (beispielsweise K1-reichen Löwenzahn oder Brennessel) anzubieten. Bierhefe kann ebenso als ausgezeichneter Lieferant für Vitamin B eingesetzt werden. Sie fördert ein harmonisches Wachstum von Muskeln und Knochen. Eine Zugabe von Buttermilch ins Futter ist für ein Extra an Calcium gut geeignet. 


Besonders ab der 13. Lebenswoche ist nach meinen Beobachtungen ebenso gezielt auf ein adäquates Wachstum und eine ausreichende Verfügbarkeit von K1 und anderen wichtigen Vitaminen zu achten. In dieser Zeit ist meist ein extremes Größenwachstum festzustellen. Man kann sich vorstellen, wie wichtig es ist, dass die zum Aufbau der Knochen benötigten Stoffe in ausreichendem Maße verfügbar sind. Es muss ein stabiles Knochengerüst gebildet werden, was eben bestimmte Bausteine und deren Verarbeitung voraussetzt. Fehlt beispielsweise das so wichtige Vitamin K1, kann der Kalkeinbau in die Knochen nur eingeschränkt erfolgen.
Neben der geeigneten Fütterung ist in diesem Stadium in meinen Augen auch viel Bewegungsfreiheit für die Jungtiere wichtig. Das Gewicht der Jungteufel nimmt dann langsamer zu und die Belastung für die im Aufbau befindlichen Gliedmaßen ist geringer.


Einigen Züchtern mag es auch bereits aufgefallen sein, dass die Gefahr krummer Zehen in Jahren hoher Feuchtigkeit besonders hoch ist. Die Verstärkung der Tendenz kommt zustande, da durch Feuchtigkeit meist eine erhöhte Schimmelbildung vorhanden ist. Um das Gift der Schimmelpilze unschädlich zu machen, benötigt der Geflügelkörper eben genau wie beim Einbau von Kalk in die Knochen das Vitamin K1. Steht zu dieser Zeit nicht genügend davon zur Verfügung, kommt es, bedingt durch den K1-Engpass, zu einem Mangel, einer verringerten Kalkeinlagerung und somit verstärkt zu krummen Zehen.

Auch mancher erfahrene Züchter hat sich schon über krumme Zehen geärgert. Trotz vermeintlich richtiger, abwechslungsreicher Fütterung und viel Auslauf empfiehlt es sich regelmäßig die Füße der heranwachsenden Wiesenteufelchen zu kontrollieren. So kann man in manchen Fällen noch gegensteuern. Ist die Zehenkrümmung jedoch schon stark ausgeprägt, wird jede Bemühung des Eingreifens vergebens sein.

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